ABGESAGT: Kindermusiktheater: Sonntag, 14. März 2021 – Neuer Termin Sonntag, 20. Juni 2021

„Der Teufel mit den goldenen Löckchen“

Ein Musiktheaterstück für zwei Schauspieler und Fagottquartett von Jörg Schade und Franz-Georg Stähling.

Ein höllischer Spaß für kleine Musikfreunde: bietet alles, was Kinderherzen höher schlagen lässt: Spannung, Witz und jede Menge Musik!

Seit Jahren ist es verschwunden, das berühmte Fagottquartett. Nur der kleine musikliebende Teufel Lucius weiß, wo es steckt, denn er muss es bewachen. In diese dunkle Hölle kommt eines Tages der zauberhafte Schutzengel Angela. Wenn sie es schafft, die Musiker zu befreien, so bekommt sie endlich die ersehnten Flügel! Doch Teufel Lucius stellt sich ihr in den Weg und hat viele knifflige Aufgaben, die es zu lösen gilt. Aber Angela ist schlau und sie zählt auf die Unterstützungder Kinder. Werden sie es gemeinsam schaffen, das Fagott Quartett wieder an das Licht der Erde zu befördern und ihnen zu einem erfolgreichen Comeback zu verhelfen?

Mit von der Partie bei dieser besonderen Produktion ist viel schmissige Musik von Jaques Offenbach und Giacchino Rossini, meisterhaft arrangiert von Prof. Andreas N. Tarkmann.

Mit Christiane Schoon, Jörg Schade und dem Ensemble Prisma.

Anmeldung im Rahmen Ihrer Mitgliedschaft

Nur für Mitglieder und deren Gäste! Für jeden Besucher ob Erwachsener oder Kind muss eine Karte vorhanden sein. Zusätzliche Karten z.B. für Geschwisterkinder können zum Selbstkostenpreis von 10 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder verbindlich bestellt werden. Die Mitglieder erhalten eine schriftliche Benachrichtigung zum Anmeldeverfahren.

ABGESAGT: 7. Konzert: Donnerstag, 25. März 2021 – verschoben auf 24.8.2021

Mandelring Quartett
Minetti Quartett

R. Strauss: Sextett-Einleitung zu ‚Capriccio‘
F. Mendelssohn Bartholdy: Streichoktett Es-Dur op. 20

Foto: Minetti Quartett (Links) – Irene Zandel
Foto: Mandelring Quartett (Rechts) – Guido Werner

Der Gewinn großer Wettbewerbe – München (ARD), Evian und Reggio Emilia (Premio Paolo Borciani) – war der Einstieg in die internationale Karriere des Mandelring Quartetts. Heute führen Konzertreisen das Ensemble in internationale Musikzentren wie Wien, Paris, London, Madrid, New York, Los Angeles und Vancouver. Zudem finden sich im Konzertkalender regelmäßige Tourneen nach Mittel- und Südamerika, in den Nahen Osten und nach Asien. Auch bei großen Festivals – unter anderem Schleswig-Holstein, Rheingau, Montpellier und Schubertiade Schwarzenberg – zählt das Quartett zu den gern gesehenen Gästen. Wo immer die vier Musiker auftreten, hinterlassen sie bleibende musikalische Spuren: „Ein denkwürdiges, sobald nicht wiederholbares Festspielerlebnis“, schrieben etwa die Salzburger Nachrichten nach dem Schostakowitsch-Zyklus des Mandelring Quartetts bei den Salzburger Festspielen.
Zahlreiche mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik, International Classical Music Awards-Nominierungen und weiteren Preisen ausgezeichnete CD-Aufnahmen zeigen die außergewöhnliche Qualität und das breite Repertoire des Quartetts.

Der Name „Minetti Quartett“ bezieht sich auf ein Schauspiel des Schriftstellers Thomas Bernhard, der lange Zeit in Ohlsdorf im Salzkammergut lebte, wo auch die beiden Geigerinnen des Quartetts aufwuchsen. Seit seiner Mitwirkung im Rising Stars-Zyklus der European Concert Hall Organization 2008/09 konzertiert das in Wien lebende Minetti Quartett wiederholt in den renommiertesten Konzertsälen in Wien, Berlin, Köln, Amsterdam, Barcelona, Stockholm, Brüssel, London etc. Einladungen zu berühmten Kammermusikfestivals führten das österreichische Quartett auch nach Nord-, Mittel- und Südamerika, nach Australien, Japan und China. Viele Konzerte werden von internationalen Radio-Stationen aufgezeichnet und gesendet.
Kammermusikpartner sind u. a. Fazil Say, Till Fellner, Alois Posch, Martin Fröst, Paul Mayer, Jörg Widmann, Camille Thomas, Istvàn Vàrdai und Mitglieder der Wiener und Berliner Philharmoniker. Solistisch trat das Quartett mit dem Brucknerorchester Linz und dem RSO-Wien auf.

ABGESAGT! 5. Konzert: Mittwoch, 27. Januar 2021 – Ersatztermin: erneut verschoben auf Sonntag, 13. Juni 2021

Gabriel Adorján, Álvaro Parra – Violine
Anna Kreetta Gribajcevic, Viola
Taneli Turunen, Violoncello und Gesang
Esko Laine, Kontrabass
Valentin Butt, Akkordeon


A. Dvorak: Quintett Nr. 2 op. 77
A. Piazzolla: Five Tango sensations
Finnische Tangos

Das Streichquintett (Streichquartett und Kontrabass) von Antonin Dvořák gehört zu seinen bekanntesten Kammermusikwerken mit böhmischen und mährischen Melodien und tänzerischen Rhythmen. 
Ergänzt wird das Programm mit Tangos von Piazzolla und aus Finnland.
Astor Piazzolla schrieb seine „Five Tango Sensations“ für sich und das Kronos Quartett. Ob Piazzolla den finnischen Tango kannte? In Finnland ist der Tango jedenfalls äußerst beliebt und die Musiker um den finnischen, stellvertretenden Solo-Cellisten des Konzerthausorchesters Berlin, Taneli Turunen, zeigen warum!

Foto: Isabel Alvarez

ABGESAGT! Morgenfeier – Sonntag, 24. Januar 2021, 11 Uhr – Friedrich-Ebert-Halle

+++++++++Diese Veranstaltung können nur Mitglieder der Musikgemeinde mit Voranmeldung besuchen! Die Vergabe der Plätze ist nur soweit vorhanden möglich. Die Platzvergabe – also wo Sie genau in der Eberthalle sitzen werden – erfolgt nach dem Ermessen des Vorstands. ++++++++

Vielen Dank für die zahlreichen Zusendungen zur Teilnahme an der Morgenfeier. Diese Anmeldungen werden wir für den hoffentlich bald möglichen Ersatztermin beibehalten, eine erneute Anmeldung ist dann nicht mehr notwendig. Sie werden für den Ersatztermin dieser Veranstaltung separate Tickets rechtzeitig zugeschickt bekommen.

Ingo Schulze

liest aus seinem Roman „Die rechtschaffenen Mörder“

Wie wird ein aufrechter Büchermensch zum Reaktionär – oder zum Revoluzzer? Eine aufwühlende Geschichte über uns alle.
Norbert Paulini ist ein hoch geachteter Dresdner Antiquar, bei ihm finden Bücherliebhaber Schätze und Gleichgesinnte. Über vierzig Jahre lang durchlebt er Höhen und Tiefen. Auch als sich die Zeiten ändern, die Kunden ausbleiben und das Internet ihm Konkurrenz macht, versucht er, seine Position zu behaupten. Doch plötzlich steht ein aufbrausender, unversöhnlicher Mensch vor uns, der beschuldigt wird, an fremdenfeindlichen Ausschreitungen beteiligt zu sein. Die Geschichte nimmt eine virtuose Volte: Ist Paulini eine tragische Figur oder ein Mörder?
Auf fulminante Weise erzählt Ingo Schulze von unserem Land in diesen Tagen und zieht uns den Boden der Gewissheiten unter den Füßen weg.

Text: S. Fischer Verlage – Foto: Gaby Gerster

ABGESAGT! 4. Konzert: Montag, 14. Dezember 2020, verschoben auf Dienstag, den 29. Juni 2021

Mendelssohn Kammerorchester Leipzig
Peter Bruns, Violoncello und Leitung
Ragna Schirmer, Klavier

C. Schumann: Klavierkonzert a-Moll op. 7
L. v. Beethoven: Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58
Kadenz von Clara Schumann

2019 wurde der 200. Geburtstag von Clara Schumann gefeiert und nun – erstmalig bei der Musikgemeinde – erklingt auch ihr Klavierkonzert in Harburg. Mit Beethovens Klavierkonzert und der Kadenz von Clara Schumann, die sie als überragende Pianistin und berühmte Beethoven Interpretin viel gespielt hat, erschließt sich ein wenig mehr die komplexe Musikerin Clara Schumann. Ragna Schirmer hat sich besonders im letzten Jahr mit vielen Konzerten mit den Kompositionen Clara Schumanns und einer CD-Veröffentlichung intensiv mit dem Werk und mit der Ausnahmemusikerin auseinandergesetzt.

Ob Konzertbesucher oder Vertreter der Presse, wer auch immer dieses Ensemble in den nunmehr 23 Jahren seines Bestehens erlebt hat, ist begeistert von dem Ausdruckswillen, der Homogenität und der überschwänglichen Musizierfreude. Und genau diese Idee, ihren Beruf als Berufung anzusehen, veranlassten Absolventen der Leipziger Musikhochschule im Jahre 1997, ihre von Leidenschaft geprägten Erfahrungen in den besten Jugendorchestern Deutschlands in einem eigenen professionellen Kammerorchester weiterleben zu lassen –  dem Mendelssohn Kammerorchester Leipzig.

Mit dem weltweit renommierten Cellisten Peter Bruns verbindet das Ensemble eine langjährige Zusammenarbeit. Von der internationalen Presse hoch gelobte CDs und wegweisende Konzerte wie das gemeinsame Debüt im Wiener Musikverein sind das Ergebnis dieser musikalischen Partnerschaft. Grund genug für das Ensemble, ihn 2014 als künstlerischen Leiter zu berufen.
Peter Bruns führt das Mendelssohn Kammerorchester Leipzig meist von der Position des Solocellos aus, eine Besonderheit, die eine starke Kommunikation zwischen ihm und allen Orchestermitgliedern rund um den Konzertmeister Gunnar Harms voraussetzt. Im Ergebnis dieses spannenden  musikalischen Prozesses entstehen ein gemeinsamer musikalischer Gestus und ein homogener Klang des Ensembles.

Mit ihren unverwechselbaren Interpretationen genießt die Pianistin Ragna Schirmer höchste Anerkennung über die deutschen Grenzen hinaus. Den hochangebundenen Leipziger Bachwettbewerb gewann sie – einzigartig in dessen Geschichte – gleich zweimal. Zahlreiche weitere Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben, begeisterte Rezensionen sowie zwei ECHO Klassik sind Zeugnis einer außergewöhnlichen Karriere. Ragna Schirmer konzertiert in den wichtigsten Sälen in Europa, China und Neuseeland sowie bei renommierten Festivals wie dem Heidelberger Frühling (artist in residence 2010), Beethovenfest Bonn, MDR-Musiksommer, den Haydn-Festspielen Eisenstadt und den Salzburger Festspielen. Sie musizierte u.a. mit Zubin Mehta, Sir Roger Norrington, Kurt Masur, Sir Neville Marriner, Herbert Blomstedt und trat mit Klangkörpern wie den Münchner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, Orchestre National de France, Gewandhausorchester Leipzig und der Academy of St. Martin in the Fields auf.

Foto © Maike Helbig 2016

Konzertkritik: Das Ensemble Capella de la Torre versetzt das Publikum mit seinem frühen neuzeitlichen Klang zurück ins 16. Jahrhundert


von Tilda Hoops, Schülerin S1 Musikprofil, Friedrich-Ebert-Gymnasium

In Zusammenarbeit mit dem Musikprofil des Friedrich-Ebert-Gymnasiums erstellen Schüler der S1 (11. Klasse, Lehrer Christoph Posselt) eine Konzertkritik. Am Ende der Konzertsaison wird die Musikgemeinde eine Auszeichnung für die beste Kritik vergeben.

Hamburg, 7.11.2020

Am 25. Oktober haben sich viele Mitglieder der Musikgemeinde
während der 19.00 Uhr Vorstellung in der Eberthalle versammelt, um dem
Bläserensemble Capella de la Torre zu lauschen. Nicht nur die Musik, auch die Instrumente stammten aus der frühen Neuzeit.
Das Ensemble besteht aus acht Musikern: einem Sopran, Altpommer/Flöte,
Posaune, Dulzian, Orgel, Theorbe, Percussion und Schalmei. Die Schalmei
stammt aus dem Mittelalter und hat einen dudelsackähnlichen Klang, obwohl sie ein Holzblasinstrument ist. Der Altpommer stammt ebenfalls aus dem Mittelalter und ist mit der Schalmei verwandt. Er ist etwas größer und sein Klang ist tiefer als der der Schalmei. Das Dulzian wurde im 16. und 17. Jahrhundert verwendet und gilt als Frühform des Fagotts. Die Theorbe ist einer Gitarre ähnlich, nur mit einem längeren Hals und gehört zur Familie der Lauteninstrumente. Percussion ist ein Sammelbegriff für Schlag- und Effektinstrumente. Bei der Aufführung hat der Musiker vor allem auf Rasseln und eine tiefe Basstrommel zurückgegriffen, die zumeist rhythmusgebend war.
14 kleine Tanzstücke hatten sie als Programm festgelegt, von denen sie, aus
zeitlichen Gründen, aber nur 12 schafften. Die meisten dieser kleinen schönen Kompositionen waren dem Sammelband von Tänzen „Terpsichore“ entnommen, der während der Renaissancezeit verfasst wurde. Michael Praetorius, Verfasser des Sammelbandes, wählte den Namen aus der griechischen Mythologie heraus, denn Terpsichore heißt: die Muse des Tanzes.
Neben Praetorius tauchen im Program auch andere Komponisten auf, wie zum Beispiel Orlando di Lasso, der Komponist des berühmten Stücks: Bonjour mon coeur. Obwohl man meinen sollte, frühneuzeitliche Tanzmusik sei ohne Gesang gewesen, beweist das Ensemble das Gegenteil. Der französische Text der Lieder wird von der Sopranistin mit heller, klarer Stimme interpretiert. Obgleich sie sich dabei im Notentext zu verlieren scheint, tut dies dem Klang nichts ab. Zwischendurch hält die Leiterin des Ensembles kurze Ansprachen, in denen sie mehrfach erwähnt, dass es ihnen wichtig sei „Brücken“ in die Moderne zu bauen. Dies lässt sich auch an zwischendurch kleinen, improvisierten Soli von Percussion und Theorbe erkennen, die mehr nach Pop als Tanzmusik aus der Renaissance klingen. Des weiteren erklärt sie auch die zur heutigen Zeit eher unbekannten Instrumente und erinnert an das 400. Jubiläum von Praetorius.
In vielen Stücken gibt die Trommel den Rhythmus an und verleiht ihnen einen fröhlichen, tänzerischen Charakter. Die Zugabe des Programms ist allerdings nicht von französischem sondern italienischem Text begleitet.
Nach einem Gespräch mit dem Ensemble stellt sich heraus, dass die
Kompositionen von dem Ensemble selbst arrangiert wurde und sie ebenfalls die Besetzung frei gewählt haben, was kaum verwunderlich ist, da die Notierung zur Renaissancezeit noch lange nicht so vielschichtig war, wie es heutzutage der Fall ist. Vor allem auf den Klang sei es ihnen dabei angekommen. Auch die Texte zu den Kompositionen haben sie in verschiedenen Sprachen vorgefunden und den italienischen Text als Zugabe gewählt um sich, von den davor ausschließlich französischen Texten abzugrenzen und „Brücken“ in dieses Jahrhundert, mit dem Blick auf das Jubiläum Praetorius´, zu bauen.
Überraschend, aber dennoch beeindruckend war die Erkenntnis, dass sie die Tanzstücke tatsächlich mit Tänzern eingeübt haben um ein Gefühl für
Rhythmus und Bewegung des Tanzes in der Renaissance zu bekommen.
Trotz der Coronamaßnahmen und dem nicht einmal zur Hälfte gefüllten
Konzertsaal, spiegelte der Applaus die Begeisterung des Publikums wieder.

Foto: Karola Parry

2. Konzert: Sonntag, 25. Oktober 2020

Capella de la Torre

Margaret Hunter, Sopran
Hille Wippermann, Altpommer und Flöte
Tural Ismayilov, Posaune – Regina Hahnke, Dulzian
Martina Fiedler, Orgel – Johannes Vogt, Theorbe
Mike Turnbull, Percussion
Katharina Bäuml, Schalmei und Leitung

Praetorius tanzt!

Michael Praetorius Bransle de la Torche
Orlando di Lasso Bonjour mon coeur
Michael Praetorius Bransle simple / Bransle double VI
Pierre Guédron Si tu veux apprendre les pas à dancer
Thoinot Arbeau Pavana «Maria Mater Dei »
Michael Praetorius Gagliarde
Michael Praetorius Bourrée XXXII
Okzitanisch traditionell La bonne nouvelle
Claude Le Jeune Un gentil amoureux
Michael Praetorius Ballet des Coqs
Jehan Cardavoine Pavane «Une jeune fillette»
Michael Praetorius Ballet CCLXVIII
Adrien le Roy Si j’aime ou non, j’en dis rien
Michael Praetorius Gavotte / Votre esprit recréatif

Konzertkritik

Capella de la Torre zählt zu den weltweit führenden Ensembles für Bläsermusik der frühen Neuzeit. Das Ensemble wurde im Jahr 2005 von der Oboistin und Schalmeispezialistin Katharina Bäuml gegründet. Seitdem begeistert es sein Publikum in nahezu tausend Konzerten stets aufs Neue. 2020 ist ein Jubiläumsjahr: Capella de la Torre steht seit 15 Jahren für Musik der Renaissance auf historischen Instrumenten. Hinzu kommen bislang 26 CD- Einspielungen und eine Vielzahl von Live-Mitschnitten. Auf diese Weise hat sich Capella de la Torre umfangreiche Erfahrung in der Musik des 14.-17.Jahrhunderts erspielt. Das Ensemble wurde in den vergangenen Jahren vielfach ausgezeichnet: 2016 wurde ihm der ECHO Klassik in der Kategorie „Ensemble des Jahres“ verliehen und 2017 erhielt das Ensemble einen weiteren ECHO Klassik für die CD „Da Pacem – Echo der Reformation“ zusammen mit dem RIAS Kammerchor. Den Nachfolgepreis des ECHO, den ersten OPUS Klassik erhielt Capella de la Torre 2018 für die Aufnahme „Serata Venexiana“. Um die Musik vergangener Jahrhunderte für heutige Ohren lebendig werden zu lassen, finden aktuelle historische und musikwissenschaftliche Erkenntnisse ständig Eingang in die Programme von Capella de la Torre. Dazu gehört besonders die Arbeit mit Quellen und Originaltexten. Ein besonderes Anliegen des Ensembles ist neben den Konzerten die Arbeit mit einem jungen Publikum, die in einer Vielzahl von Vermittlungsprojekten ihren Ausdruck findet. Der Name „de la Torre“ ist auf zweierlei Weise zu verstehen: Anfang des 16. Jahrhunderts komponierte der Spanier Francisco de la Torre das wohl berühmteste Stück für eine Bläserbesetzung, seine „Danza Alta“. Neben dieser Hommage an den Komponisten ist der Name aber auch ganz wörtlich gemeint: „De la Torre“ bedeutet übersetzt „vom Turm herab“; Bläsergruppen musizierten seinerzeit bei den verschiedensten Gelegenheiten auf Türmen oder Balkonen.

Terpsichore heißt in der griechischen Mythologie die Muse des Tanzes. Mit ihrem Namen hat der Komponist Michael Praetorius (1571–1621) seine Sammlung von 312 Tänzen überschrieben, die 1612 in Wolfenbüttel herausgegeben wurde. Ganz im Sinne seines berühmten musiktheoretischen Werkes „Syntagma“ macht Praetorius auch zur Terpsichore genaue Angaben: Man solle die Lautstärke variieren, „welches man dann auf geigenden und blasenden Instrumenten gar wol und leicht zu wege bringen kan.“ Für einige Tänze werden u.a. Krummhörner erwähnt – Capella de la Torre wird diesen Anweisungen im Programm in allen möglichen Varianten nachkommen und die historischen Blasinstrumente in Kombination mit Laute und Orgel auf immer neue Weise zu Gehör bringen. Trotz der eminenten musikgeschichtlichen Bedeutung blieb Terpsichorejahrhundertelang vergessen und wird auch heute noch in musikwissenschaftlichen Nachschlagewerken nur am Rande erwähnt. Ebenso verhält es sich mit historisch informierten Referenzeinspielungen – Terpsichore ist trotz des fröhlich-tänzerischen Charakters als Gesamtkunstwerk nahezu komplett in Vergessenheit geraten. An dieser Stelle setzt Capella de la Torre nun zum 400. Jubiläum von Michael Praetorius ganz neu an. Das Programm kombiniert Tanzmusik aus Terpsichore mit zeitgenössischen Chansons, die Praetorius nicht nur in ihrem Stil bekannt waren, sondern der neuesten Mode der Zeit entsprechend auch in die Tanzsätze und Kompositionen mit eingeflossen sind.

Copyright: Capella de la Torre
Foto: Capella de la Torre/Andreas Greiner-Napp

Leider können wir unter den jetzigen Umständen keine Abendkasse für Nicht-Mitglieder anbieten, allerdings können wir neue Mitglieder aufnehmen. Bei Interesse melden Sie sich bitte unter Telefon: (040) 767 511 11, Email: mitglieder (at) musikgemeinde-harburg.de.

1. Konzert: Freitag, 25. September 2020

Symphoniker Hamburg
Martin Fröst, Leitung

F. Mendelssohn Bartholdy: Symphonie Nr. 4 A-Dur op. 90 – „Italienische“

Der schwedische Ausnahme-Klarinettist Martin Fröst leitet das Konzert mit dem Kernprogramm der Italienischen Sinfonie des gebürtigen Hamburgers Felix Mendelssohn Bartholdy bei allen 3 Konzerten. Weitere „Überraschungs“-Werke werden jeweils angesagt. Martin Fröst war vor Beginn seiner Weltkarriere bereits Artist in Residence der Symphoniker Hamburg.