10. Konzert: Dienstag, 15. Juni 2021

Asya Fateyeva, Saxophon
Florian Donderer, Violine
Emma Yoon, Violine
Yuko Hara, Viola
Tanja Tetzlaff, Violoncello
Stepan Simonian, Klavier

Adolf Busch (1891-1952): Quintett für Saxophon und Streichquartett f-Moll op. 34
Ernst Krenek (1900-1991): Suite „Jonny spielt auf“
Kurt Weill (1900-1950): Die Dreigroschenoper-Suite

Mit allen Musikern dieses Konzertes verbindet sie ein gemeinsames Interesse an der Zeit der Zwanziger Jahre, als das Saxophon einer glanzvollen Zukunft entgegen sah. Florian Donderer, Violine und Tanja Tetzlaff, Cello, sind verheiratet und spielen viel Kammermusik in verschiedenen Formationen u. a. gemeinsam im Tetzlaff Quartett. Die Südkoreanerin Emma Yoon, Violine, spielt als Akademistin in der Deutschen Kammerphilharmonie, bei der auch die japanische Bratscherin Yuko Hara ihre Karriere begann. Yuko Hara gewann mit der Kammermusikformation Franz Ensemble 2020 den Opus Klassik. Der Pianist und Ehemann von Asya Fateyeva Stepan Simonian ist seit 2009 ordentlicher Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, wo er sowohl im Fach Klavier als auch im Fach Kammermusik lehrt.

Foto: Marco Borggreve

Kindermusiktheater: Neuer Termin Sonntag, 20. Juni 2021

„Der Teufel mit den goldenen Löckchen“

Ein Musiktheaterstück für zwei Schauspieler und Fagottquartett von Jörg Schade und Franz-Georg Stähling.

Ein höllischer Spaß für kleine Musikfreunde: bietet alles, was Kinderherzen höher schlagen lässt: Spannung, Witz und jede Menge Musik!

Seit Jahren ist es verschwunden, das berühmte Fagottquartett. Nur der kleine musikliebende Teufel Lucius weiß, wo es steckt, denn er muss es bewachen. In diese dunkle Hölle kommt eines Tages der zauberhafte Schutzengel Angela. Wenn sie es schafft, die Musiker zu befreien, so bekommt sie endlich die ersehnten Flügel! Doch Teufel Lucius stellt sich ihr in den Weg und hat viele knifflige Aufgaben, die es zu lösen gilt. Aber Angela ist schlau und sie zählt auf die Unterstützungder Kinder. Werden sie es gemeinsam schaffen, das Fagott Quartett wieder an das Licht der Erde zu befördern und ihnen zu einem erfolgreichen Comeback zu verhelfen?

Mit von der Partie bei dieser besonderen Produktion ist viel schmissige Musik von Jaques Offenbach und Giacchino Rossini, meisterhaft arrangiert von Prof. Andreas N. Tarkmann.

Mit Christiane Schoon, Jörg Schade und dem Ensemble Prisma.

Anmeldung im Rahmen Ihrer Mitgliedschaft

Nur für Mitglieder und deren Gäste! Für jeden Besucher ob Erwachsener oder Kind muss eine Karte vorhanden sein. Zusätzliche Karten z.B. für Geschwisterkinder können zum Selbstkostenpreis von 10 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder verbindlich bestellt werden. Die Mitglieder erhalten eine schriftliche Benachrichtigung zum Anmeldeverfahren.

Zusatz-Konzert: Montag, 21. Juni 2021

Vorkonzert Martha Argerich Festival 2021

Kremerata Baltica
Gidon Kremer, Violine
Per Arne Glorvigen, Bandoneon
Georgijs Osokins, Klavier
Andrei Pushkarev, Vibraphon

Werke von Piazzolla und Glorvigen


Astor Piazzolla wurde am 11. März 1921 in Argentinien als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Schon bald zog die Familie wegen der schlechten Wirtschaftslage Argentiniens nach New York, wo Piazzolla 17 Jahre seiner Kindheit und Jugend verbachte. Diese Zeit hat ihn sehr geprägt, besonders musikalisch.
Er trieb sich mit seinen Freunden im Stadtteil Harlem herum, stand vor dem berühmten „Cotton Club“, um Cab Calloway spielen zu hören und erlebte die Musik von Ellington, Gershwin und Benny Goodman im Radio. Den Tango kannte er nur von den alten Schellackplatten seines Vaters. Eigentlich sollte er ja Bandoneon spielen lernen, doch er entschied sich zuerst für das Klavier. Bei seinem Lehrer lernte er die Musik von Bach kennen und lieben. Nach 1936 lebte die Familie wieder in Argentinien. Neben Bach und dem Jazz machte Piazzolla nun seine dritte große Entdeckung: Er hörte ein Konzert des Sextetts von Elvino Vardaro und war sofort von dessen besonderer Tango  Interpretation begeistert.
In Bueons Aires verdiente er sein Geld als Bandoneon Spieler und Arrangeur im berühmten Tango-Orchester von Anibal Troilo, bildete sich parallel aber bei Alberto Ginastera weiter. Die folgenden Jahre waren geprägt von der Suche nach seinem eigenen Stil. Er wollte klassische Werke komponieren, studierte die Musik von Béla Bartók und Igor Strawinsky, und legte zeitweilig sogar sein Bandoneon ganz zur Seite.

Erst die Begegnung mit Nadia Boulanger 1954 öffnete ihm die Augen, und ihm wurde klar, dass er sich nicht zwischen Tango und anspruchsvoller, klassischer Musik entscheiden musste. Er wollte vielmehr versuchen, die Struktur der klassischen Musik mit der Leidenschaft des Tangos zu verknüpfen. Mit seiner Rückkehr aus Paris im Jahr 1955 war damit der Tango Nuevo geboren. Piazzolla kreierte mit seinem Tango Nuevo eine komplett eigene Musiksprache. Er spickte seine Kompositionen mit rebellischen Elementen aus dem Jazz und der Avantgarde und orientierte sich strukturell an klassischen Werken. Außerdem experimentierte er mit verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen und bezog zeitweilig auch elektronische Instrumente mit ein. Dass er damit bei den Puristen des argentinischen Tangos auf extremen Gegenwind stieß, war zu erwarten. Sein Opus besteht heute aus über 1.000 Werken und beeinflusst und inspiriert bis heute Musiker aller Generationen.
Textauszug BR Klassik, Mittagsmusik vom 8.3.2021 Astor Piazzolla – Revoluzzer am Bandoneon

Geiger, Künstlerischer Leiter und Gründer der Kremerata Baltica – mit seiner ungewöhnlich kompromisslosen künstlerischen Grundhaltung gilt Gidon Kremer weltweit als einer der originellsten und überzeugendsten Künstler seiner Generation. Sein Repertoire reicht von bekannten klassischen Kompositionen bis zu modernen Werken führender Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts. Er engagiert sich insbesondere für das Schaffen russischer und osteuropäischer Komponisten und hat im Laufe seiner Karriere viele wichtige neue Werke aufgeführt, von denen ihm einige gewidmet sind. Sein Name ist eng mit diversen zeitgenössischen Komponisten verbunden, unter anderem mit Alfred Schnittke, Arvo Pärt, Giya Kancheli, Sofia Gubaidulina, Valentin Silvestrov, Luigi Nono, Edison Denisov, Aribert Reimann, Pēteris Vasks, John Adams, Victor Kissine, Michael Nyman, Philip Glass, Leonid Desyatnikov und Astor Piazzolla; seine Interpretationen sind traditionsbewusst, aber gleichzeitig frisch, originell und lebendig. Kremer hat die zeitgenössischen Komponisten und die Neue Musik im Violinfach ohne jeden Zweifel intensiver und nachhaltiger gefördert als jeder andere international erfolgreiche Solist.

Kremer hat bereits mehr als 120 Alben aufgenommen; viele erhielten für ihre bemerkenswert tiefgründigen Interpretationen bedeutende internationale Preise. Die lange Liste seiner Auszeichnungen umfasst unter anderem den Ernst von Siemens Musikpreis, das Große Bundesverdienstkreuz, den Moskauer Triumph-Preis, den UNESCO-Musikpreis und den Preis Una vita nella musica – Artur Rubinstein. 2016 wurde Gidon Kremer zudem einen Praemium Imperiale verliehen, der allgemein als Nobelpreis der Musik gilt.

1997 gründete Kremer das Kammerorchester Kremerata Baltica zur Förderung herausragender Nachwuchsmusiker aus dem Baltikum. Das Ensemble unternimmt regelmäßig ausgedehnte Konzertreisen und hat bereits fast 30 Alben bei Nonesuch Records, Deutsche Grammophon, Burleske und ECM aufgenommen. After Mozart (Nonesuch Records 2001) gewann 2002 einen ECHO Klassik und einen Grammy Award; das kürzlich bei ECM erschienene Album mit Werken von Mieczysław Weinberg war 2015 für einen Grammy nominiert.

In der Saison 2016/17 leitet Gidon Kremer die beiden Jubiläums-Tourneen der Kremerata Baltica, die das Orchester anlässlich seines 20-jährigen Bestehens und zur Feier von Kremers 70. Geburtstag durch Nordamerika und Europa unternimmt.

Per Arne Glorvigen zählt zu den führenden Bandoneon-Spielern der Gegenwart. Nach seinem Studium beim argentinischen Bandoneon-Maestro Juan José Mosalini und mehreren Aufenthalten in Buenos Aires begann Glorvigen seine Karriere als professioneller Bandoneonist. Begegnungen mit den Tangolegenden Piazzolla, Pugliese, Salgán und die enge Freundschaft mit dem Dichter und Tangohistoriker Horacio Ferrer prägten seinen Weg nachhaltig.

Nach Studien bei Eric Tanguy (Komposition) und Guillaume Connesson (Orchestrierung) in Paris wandte sich Glorvigen auch selbst dem Komponieren zu. Seine Werke wurden in zahlreichen europäischen Ländern aufgeführt. In letzter Zeit entstanden Auftragskompositionen für das Oslo Philharmonic Orchestra, das Apollon Musagète Quartett und die Arctic Sinfonietta.

Zu Glorvigens musikalischen Partnern zählen unter anderem Gidon Kremer, mit dem er weltweit nahezu 100 Konzerte gegeben hat und vier CDs eingespielt hat, Nicolas Altstaedt, das Delian Quartett, das Alban Berg Quartett und die Staatskapelle Dresden. Zusammen mit der Geigerin Daniela Braun und dem Kontrabassisten Arnulf Ballhorn bildet er das Glorvigen Trio.

Georgijs Osokins begann seine Studien bei seinem Vater Professor Sergejs Osokins, einem prominenten Lehrer und Pianisten in Lettland. Zu Osokins‘ Erfolgen zählen Preise beim 9. Internationalen Moskauer Chopin-Wettbewerb für junge Pianisten (2014) und beim 9. Internationalen Alexander-Skrijabin-Wettbewerb in Paris (2009) sowie der zweite Preis beim Berliner Internationalen Musikwettbewerb (2017). Im März 2016 erhielt Georgijs Osokins den lettischen Grand Music Award, die höchste Auszeichnung in der Musikindustrie Lettlands.

Georgijs Osokins erlangte internationale Aufmerksamkeit durch seine Teilnahme am Chopin-Wettbewerb (2015) im Alter von 19 Jahren: Er war einer der Publikumslieblinge und wurde von den Kritikern als außergewöhnlich beschrieben. Noch vor Ende des Wettbewerbs erhielt er Konzerteinladungen für ein Solo-Recital beim prestigeträchtigen Festival „Chopin and His Europe“ in Warschau und für seine erste Japan-Tournee. Weitere Debüts im Berliner Konzerthaus und im Vancouver Playhouse folgten. Das britische Label „Piano Classics“ veröffentlichte im Jahr 2016 Georgijs Debütalbum mit Chopins Spätwerken. Diese Aufnahme wurde von wichtigen kanadischen und französischen Magazinen enthusiastisch aufgenommen.

4. Konzert: verschoben auf Dienstag, den 29. Juni 2021

Mendelssohn Kammerorchester Leipzig
Peter Bruns, Violoncello und Leitung
Ragna Schirmer, Klavier

C. Schumann: Klavierkonzert a-Moll op. 7
L. v. Beethoven: Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58
Kadenz von Clara Schumann

2019 wurde der 200. Geburtstag von Clara Schumann gefeiert und nun – erstmalig bei der Musikgemeinde – erklingt auch ihr Klavierkonzert in Harburg. Mit Beethovens Klavierkonzert und der Kadenz von Clara Schumann, die sie als überragende Pianistin und berühmte Beethoven Interpretin viel gespielt hat, erschließt sich ein wenig mehr die komplexe Musikerin Clara Schumann. Ragna Schirmer hat sich besonders im letzten Jahr mit vielen Konzerten mit den Kompositionen Clara Schumanns und einer CD-Veröffentlichung intensiv mit dem Werk und mit der Ausnahmemusikerin auseinandergesetzt.

Ob Konzertbesucher oder Vertreter der Presse, wer auch immer dieses Ensemble in den nunmehr 23 Jahren seines Bestehens erlebt hat, ist begeistert von dem Ausdruckswillen, der Homogenität und der überschwänglichen Musizierfreude. Und genau diese Idee, ihren Beruf als Berufung anzusehen, veranlassten Absolventen der Leipziger Musikhochschule im Jahre 1997, ihre von Leidenschaft geprägten Erfahrungen in den besten Jugendorchestern Deutschlands in einem eigenen professionellen Kammerorchester weiterleben zu lassen –  dem Mendelssohn Kammerorchester Leipzig.

Mit dem weltweit renommierten Cellisten Peter Bruns verbindet das Ensemble eine langjährige Zusammenarbeit. Von der internationalen Presse hoch gelobte CDs und wegweisende Konzerte wie das gemeinsame Debüt im Wiener Musikverein sind das Ergebnis dieser musikalischen Partnerschaft. Grund genug für das Ensemble, ihn 2014 als künstlerischen Leiter zu berufen.
Peter Bruns führt das Mendelssohn Kammerorchester Leipzig meist von der Position des Solocellos aus, eine Besonderheit, die eine starke Kommunikation zwischen ihm und allen Orchestermitgliedern rund um den Konzertmeister Gunnar Harms voraussetzt. Im Ergebnis dieses spannenden  musikalischen Prozesses entstehen ein gemeinsamer musikalischer Gestus und ein homogener Klang des Ensembles.

Mit ihren unverwechselbaren Interpretationen genießt die Pianistin Ragna Schirmer höchste Anerkennung über die deutschen Grenzen hinaus. Den hochangebundenen Leipziger Bachwettbewerb gewann sie – einzigartig in dessen Geschichte – gleich zweimal. Zahlreiche weitere Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben, begeisterte Rezensionen sowie zwei ECHO Klassik sind Zeugnis einer außergewöhnlichen Karriere. Ragna Schirmer konzertiert in den wichtigsten Sälen in Europa, China und Neuseeland sowie bei renommierten Festivals wie dem Heidelberger Frühling (artist in residence 2010), Beethovenfest Bonn, MDR-Musiksommer, den Haydn-Festspielen Eisenstadt und den Salzburger Festspielen. Sie musizierte u.a. mit Zubin Mehta, Sir Roger Norrington, Kurt Masur, Sir Neville Marriner, Herbert Blomstedt und trat mit Klangkörpern wie den Münchner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, Orchestre National de France, Gewandhausorchester Leipzig und der Academy of St. Martin in the Fields auf.

Foto © Maike Helbig 2016

7. Konzert: verschoben auf Dienstag, 24. August 2021

Mandelring Quartett
Minetti Quartett

R. Strauss: Sextett-Einleitung zu ‚Capriccio‘
F. Mendelssohn Bartholdy: Streichoktett Es-Dur op. 20

Foto: Minetti Quartett (Links) – Irene Zandel
Foto: Mandelring Quartett (Rechts) – Guido Werner

Der Gewinn großer Wettbewerbe – München (ARD), Evian und Reggio Emilia (Premio Paolo Borciani) – war der Einstieg in die internationale Karriere des Mandelring Quartetts. Heute führen Konzertreisen das Ensemble in internationale Musikzentren wie Wien, Paris, London, Madrid, New York, Los Angeles und Vancouver. Zudem finden sich im Konzertkalender regelmäßige Tourneen nach Mittel- und Südamerika, in den Nahen Osten und nach Asien. Auch bei großen Festivals – unter anderem Schleswig-Holstein, Rheingau, Montpellier und Schubertiade Schwarzenberg – zählt das Quartett zu den gern gesehenen Gästen. Wo immer die vier Musiker auftreten, hinterlassen sie bleibende musikalische Spuren: „Ein denkwürdiges, sobald nicht wiederholbares Festspielerlebnis“, schrieben etwa die Salzburger Nachrichten nach dem Schostakowitsch-Zyklus des Mandelring Quartetts bei den Salzburger Festspielen.
Zahlreiche mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik, International Classical Music Awards-Nominierungen und weiteren Preisen ausgezeichnete CD-Aufnahmen zeigen die außergewöhnliche Qualität und das breite Repertoire des Quartetts.

Der Name „Minetti Quartett“ bezieht sich auf ein Schauspiel des Schriftstellers Thomas Bernhard, der lange Zeit in Ohlsdorf im Salzkammergut lebte, wo auch die beiden Geigerinnen des Quartetts aufwuchsen. Seit seiner Mitwirkung im Rising Stars-Zyklus der European Concert Hall Organization 2008/09 konzertiert das in Wien lebende Minetti Quartett wiederholt in den renommiertesten Konzertsälen in Wien, Berlin, Köln, Amsterdam, Barcelona, Stockholm, Brüssel, London etc. Einladungen zu berühmten Kammermusikfestivals führten das österreichische Quartett auch nach Nord-, Mittel- und Südamerika, nach Australien, Japan und China. Viele Konzerte werden von internationalen Radio-Stationen aufgezeichnet und gesendet.
Kammermusikpartner sind u. a. Fazil Say, Till Fellner, Alois Posch, Martin Fröst, Paul Mayer, Jörg Widmann, Camille Thomas, Istvàn Vàrdai und Mitglieder der Wiener und Berliner Philharmoniker. Solistisch trat das Quartett mit dem Brucknerorchester Linz und dem RSO-Wien auf.