2. Konzert, Sonntag, den 23. Oktober 2022

Friedrich-Ebert-Halle
Konzertreihe 1 – 18:30-19:30 Uhr
Konzertreihe 2 – 20:30-21:30 Uhr

Calmus Ensemble

Elisabeth Mücksch, Sopran
Maria Kalmbach, Alt
Friedrich Bracks, Tenor
Jonathan Saretz, Bariton
Michael B. Gernert, Bass

Programm
Kosmos der Liebe

Dobrinka Tabakova (*1980): Good-will to men and peace on earth

Göttliche Liebe
Heinrich Schütz (1585-1672): Also hat Gott die Welt geliebt, SWV 380
Josef Rheinberger (1839-1901): In Deo speravit cor meum
Ola Gjeilo (*1978): Ubi caritas

Persönliche Liebe
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Sehet, welch eine Liebe, BWV 64
Jaako Mäntyjärvi (*1963): Come live with me aus: Modern Madrigals, Nr. 1
John Rutter (*1945): O waly, waly aus: Five Traditional Songs, Nr. 2
Richard Kidd (*1954): Ubi caritas

Schmerzende Liebe
Johannes Brahms (1833-1897): Da unten im Tale aus: Deutsche Volkslieder, Nr. 6
Bill Withers (1938-2020): Ain’t no sunshine (arr. Sebastian Schauer, *1979)
Lennox Berkeley (1903-1989): Ubi Caritas

Intensive Liebe
Max Reger: Liebesleid aus: Acht ausgewählte Volkslieder, Nr. 3
Paul Moravec (*1957): Love endures all things aus: Sacred love Songs, Nr. 1
Leonard Cohen (1934-2016): Here it is (arr. Juan Garcia, *1977)
Florence + The Machine: You’ve got the Love (arr. Jonas Wolf, *1993)
Tom Odell (*1990): Another Love (arr. Juan Garcia)

Änderungen vorbehalten.

Das neue Programm des Calmus Ensemble beschreibt einen ganzen Kosmos an Gefühlen rund um die Liebe. Aus ihr erwachsen nicht nur Glück, Freude, Übermut und Hoffnung, sondern auch Enttäuschung, Wut oder Rache. So ist es nicht verwunderlich, dass seit jeher Musik über und aus Liebe entstanden ist und sie zur Inspiration für die schönsten Musikstücke wurde.
Dabei kann Liebe in all ihren Facetten gemeint sein: die Liebe innerhalb einer Familie oder zum Kind, neu entfachte und altvertraute Liebe zwischen Menschen, die Liebe zu sich selbst, zur Natur, unerwiderte oder enttäuschte Liebe.
In „Kosmos der Liebe“ widmet sich Calmus all diesen Spektren, jedoch allen voran der göttlichen Liebe, die für viele Menschen ein Lebenselixier in Zeiten der Unsicherheit, Trauer oder Not ist. Im Zentrum steht der Hymnus Ubi caritas et amor, um den sich Arrangements und Musikstücke vieler Jahrhunderte weben. Er beschreibt die Einswerdung Gottes mit den Menschen und nicht zuletzt die Einswerdung der Menschen untereinander. Diese Aufforderung zur Nächstenliebe und Zusammengehörigkeit wird nicht nur im Text deutlich – durch die enge Melodieführung wird eine Vereinigung hör- und erlebbar gemacht.
Mit dem Programm setzt Calmus in Zeiten menschlicher Zerrissenheit ein Zeichen des Mitgefühls und der Hingabe. Denn wie Dr. Martin Luther King sagte: „Hass kann Hass nicht vertreiben, das kann nur die Liebe.“

Homogenität, Präzision, Leichtigkeit und Witz – das zeichnet das Calmus Ensemble aus und macht das Quintett zu einer der erfolgreichsten Vokalgruppen Deutschlands. Die breite Palette an Klangfarben, die Musizierfreude, die die Musiker auf der Bühne vermitteln, ihre Klangkultur und ihre abwechslungs- und einfallsreichen Programme begeistern immer wieder. Damit haben die fünf Leipziger eine ganze Reihe internationaler Preise und Wettbewerbe gewonnen – zuletzt den OPUS Klassik 2019 „Beste Chorwerkeinspielung“. Mit 50 bis 60 Konzerten im Jahr ist Calmus in ganz Europa und bis zu dreimal jährlich in den USA ein immer wieder gerne gesehener Gast.
Die Repertoirespanne von Calmus ist schier unbegrenzt: geprägt von der Tradition der Thomaner und anderer großer deutscher Knabenchöre sind die Sänger natürlich in der Vokalmusik der Renaissance, des Barock und der Romantik zu Hause, aber Musik unserer Zeit ist ihnen ebenfalls ein großes Anliegen. Sie haben über die Jahre zahlreiche Kompositionsaufträge vergeben und uraufgeführt, u. a. von Paul Moravec (Pulitzer Price Winner), Mathew Rosenblum, Bernd Franke, Steffen Schleiermacher, Wolfram Buchenberg, Bill Dobbins, Mia Makaroff, Dan Dediu und Harald Banter. Außerdem singen und arrangieren sie gerne Pop, Folk und Jazz, wovon zahlreiche Notenveröffentlichungen zeugen.
Partnerschaften mit Kollegen wie dem MDR Sinfonieorchester (Weill, Sieben Todsünden), dem Raschèr Saxophone Quartet, der Hamburger Ratsmusik, der Bigband des Hessischen Rundfunks, der Capella de la torre, amarcord (Disputation) oder Elke Heidenreich (Nachtgedanken) bereichern zusätzlich das Repertoire von Calmus und bereits zwei Projekte verbindet Calmus mit der Lautten Compagney Berlin („BachArkaden“ /„Mitten im Leben“).
Einen Teil seiner Zeit widmet Calmus der Nachwuchsförderung: Unterricht, Workshops und Jurytätigkeiten gehören zu ihrem Alltag, zuhause in Leipzig und unterwegs, u.a. als Artist in Residence beim STIMMEN Festival Lörrach oder bei der Bachwoche Stuttgart, sehr oft auch in den USA. Kein Wunder also, dass Calmus überall auf der Welt immer mehr Fans hat.